Chrysantheme
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Ein fünfteiliges Inro aus der Edo-Zeit (19. Jahrhundert) in Makie-Lacktechnik. Es zeigt auf der einen Seite einen Hahn auf einem Strohdach vor einem blühenden Pflaumenzweig, auf der anderen zwei Hennen, die aus dem Haus kommen. Signiert Kajikawa mit Topfsiegel (mehr dazu unten). Das Inro weist leichte Gebrauchsspuren auf und wird mit einem runden Ojime geliefert; ein Netsuke war nicht angebracht.
Ich entdeckte dieses Inro in Karuizawa, dem traditionellen japanischen Ferienort gut eine Autostunde von Tokio entfernt. Höchstwahrscheinlich stammt es aus dem Besitz einer der wohlhabenden japanischen Familien, die in Karuizawa ihre Sommersitze haben. Als ich das Inro kaufte, sass ein berühmter Kabuki-Schauspieler neben mir im Laden, nicht als Käufer, sondern als Verkäufer.
Karuizawa hat seine Glanzzeit zwar hinter sich, ist aber noch immer einen schönen Ausflug mit Übernachtung wert, um einen Hauch jener europäischen Ausländer des frühen 20. Jahrhunderts zu spüren, die in diesem Bergkurort die heissen Sommer verbrachten. Berühmte Politiker und Schauspieler hatten hier ihre Ferienhäuser, manche haben sie noch heute, und deshalb kann man gute Antiquitäten entdecken. Der Ort war nicht nur beim Kaiser beliebt: Auch John Lennon war mit Yoko Ono und ihrem Sohn regelmässig in Karuizawa zu Gast.
Dieses Inro war einige Jahre Teil meiner eigenen Sammlung.
Kajikawa ist der Familienname der berühmtesten Dynastie japanischer Lackkünstler. Die Familie soll im frühen 17. Jahrhundert von Hikobei gegründet worden sein; er und seine Nachfolger arbeiteten bis weit ins 19. Jahrhundert für das Shogunat. Wie dieses Inro sind etwa zwei Drittel der Kajikawa-Inro nur mit dem Familiennamen signiert, und viele tragen ein Topfsiegel, oft in Rot, das meist «ei» oder seltener «Jiei» lautet.
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